Portrait Gideon

Geschlecht:
männlich
Geboren ca.:
08.2011
Impfung:
komplett geimpft und microgechipt
Größe:
63 cm
Kastriert:
ja

Guten Tag, ich kann Ihnen zwar nicht in die Augen schauen, aber vielleicht akzeptieren Sie, dass ich mich ein wenig abwende und hören mir trotzdem mal kurz zu. Ich bin Gideon, den der liebe Gott mit sehr wenig Vertrauen zu den Menschen in die Welt gelassen hat. Genau kann ich Ihnen nicht sagen, warum dies so ist, denn meine Vergangenheit ist sehr verschwommen. Die ersten Wochen in meinem Leben sind mir in sehr trauriger Erinnerung. Meine Menschen, wenn man diese Zweibeiner überhaupt so nennen kann, haben mich nachts in eine Box gepackt und diese in den Wald gebracht. Da war ich gerade mal 3 Monate alt und fühlte mich verdammt alleine auf dieser großen Welt. Meine Mama war nicht mehr da und ob ich Geschwister hatte, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Nur in einem Punkt hatte ich Glück. Ich bin kerngesund und könnte eigentlich ins Leben starten, aber meine Angst macht mir da einen dicken Strich durch die Rechnung. Die lieben Menschen von AP kümmern sich wundervoll um mich, aber mein Vertrauen in die Menschheit ist halt begrenzt. Ich kenne ja inzwischen alle Zweibeiner hier, aber wenn einer dieser Menschen dann in meinen Zwinger kommt, dann bin auch schon wieder weg. In den letzten Winkel meiner Hütte verkrieche ich mich und hoffe darauf, dass sie mir nicht zu nahe kommen. Ich weiß selber, dass dies falsch ist, aber was kann ich tun? Und ich sehe ja, wie sich meine Fellfreunde über die Zweibeiner freuen. Aber für mich sind diese Begegnungen eine Qual. So ein Gefängnis aus Angst ist etwas ganz Furchtbares und da wir Vierbeiner ja nicht sprechen und uns nicht auf die Couch bei einem Psychologen legen können, müssen wir uns eigentlich selbst helfen. Aber den Schlüssel zu mir hat man wohl weggeworfen und der Zugang bleibt damit schwer für die lieben Zweibeiner. Ich habe ja auch immer mutige Hundefreunde im Zwinger, nur ich habe eben nicht den Mut daran zu glauben, dass ich auch so sein kann. Nun stellt sich natürlich die Frage, was kann sich für mich noch ändern? Hier wird sehr viel für mich getan, wofür ich unendlich dankbar bin. Aber wäre für mich ein ruhiger Haushalt bei Menschen mit viel Geduld und Verständnis für einen ängstlichen Gideon vielleicht doch eine bessere Chance? Kann ich in einem ruhigen Umfeld schneller Vertrauen aufbauen? Finde ich vielleicht mit Unterstützung meiner Menschen den Zugang in ein normales Leben schneller? Ich kenne die Antwort ja selber nicht und weiß ja auch nicht genau, wie ein Leben in einem Haus aussieht. Ich habe aber schon davon gehört, dass sich auch bei ängstlichen Freunden von mir da echte Wunder eingestellt haben. Nun, ich werde weiter in die Tage leben und mir überlegen, wie alles eines Tages für mich ausgeht. Ich werde den Glauben an die Menschen vielleicht noch finden. Wann der Zeitpunkt gekommen ist, meine Brille mit Grautönen gegen die rosaroten Töne einzutauschen, kann ich nicht sagen. Was auch immer geschieht, ich würde mich freuen, wenn da vielleicht liebe Menschen sind, die meine Leute bei AP unterstützen und mich als Patenhund fest in ihr Herz schließen. Menschen, die meinen Werdegang verfolgen wollen, sich nach mir erkundigen, an mich denken und mir ganz fest die Daumen drücken. Dann bin ich auch keine verlorene Seele und kann weiter hoffen. Egal wie lange ich noch hier bin, eines Tages holt mich das Glück hier ab und schickt mich auf eine wunderbare Reise in ein liebevolles Zuhause. Da bin ich mir ganz sicher!


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